Alles, was Sie wissen müssen
Elterngeld, Elternzeit und Mutterschutz

Wichtige Informationen zum Elterngeld:

Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit sich zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus zu entscheiden.

Der Bezugszeitraum des Elterngeldes muss für einen Elternteil mindestens zwei Lebensmonate betragen. Basiselterngeld kann längstens für 12, ElterngeldPlus für maximal 24 Lebensmonate beantragt werden. Dazu kommen noch 4 weitere Lebensmonate als Partnerschaftsbonusmonate, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Diese Festlegung des Bezugszeitraumes hat auch Auswirkungen auf die Inanspruchnahme der Elternzeit.

Der Bezug von ElterngeldPlus entfällt, wenn kein Elternteil ab dem 15. LM in aufeinander folgenden Lebensmonaten die Leistung beansprucht. Nicht realisierte Ansprüche entfallen für die Zukunft, wenn z.B. im 17. LM keine Elterngeldleistung mehr beansprucht wird (egal aus welchem Grund!) 

Anspruch auf zwei weitere Monate („Partnermonate“) Basiselterngeld besteht, wenn sich für mindestens zwei Lebensmonate das Einkommen aus Erwerbstätigkeit mindert. Dabei ist es unerheblich, bei welchem Elternteil die Einkommensminderung eintritt (z.B. durch Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf maximal 30 Stunden).

Das Basiselterngeld kann vom Tag der Geburt des Kindes bis längstens zur Vollendung des 14. Lebensmonats bezogen werden.

Entscheiden sich die Eltern, einen Lebensmonat Basiselterngeld umzuwandeln und dafür 2 Lebensmonate ElterngeldPlus zu beantragen, verlängert sich der Anspruchszeitraum entsprechend. Der Bezug von ElterngeldPlus setzt aber voraus, dass das Elterngeld ab dem 15. LM durchgehend in aufeinander folgenden Lebensmonaten von mindestens einem Elternteil bezogen wird.

Änderungsanträge zum Bezugszeitraum:

Die Festlegung der Bezugsmonate kann ohne Angabe von Gründen geändert werden. Rückwirkend jedoch nur für die letzten drei Monate vor Eingang des Änderungsantrages und nur für Monatsbeträge, die noch nicht ausgezahlt sind. 

Bei Vorliegen eines Härtefalles erstreckt sich die Rückwirkung auch auf bereits ausgezahlte Monate.

Elterngeldanspruch und Bemessungsgrundlage des Elterngeldes:

Der Elterngeldanspruch wird für jeden Antragsteller grundsätzlich individuell in Abhängigkeit seines Einkommens vor der Geburt des Kindes ermittelt. Durch das Elterngeld werden Einkommensverluste bzw. Einkommensunterbrechungen, die durch die Betreuung und Erziehung eines Kindes entstehen, weitestgehend ausgeglichen.

Der Elterngeldanspruch (Basiselterngeld) beträgt pro Lebensmonat mindestens 300 Euro (Mindestbetrag) und maximal 1.800 Euro (Höchstbetrag). Durch einen Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag kann sich der Elterngeldanspruch entsprechend erhöhen. Bei ElterngeldPlus-Monaten wird dieser Betrag halbiert.

Sie haben auch die Möglichkeit, unabhängig von Ihrer Einkommenssituation, Elterngeld nur in Höhe des Mindestbetrags zu beantragen. Dadurch entfallen die Nachweise über die Höhe Ihres Einkommens vor der Geburt Ihres Kindes. Bei einer Erwerbstätigkeit nach der Geburt Ihres Kindes müssen Sie dann lediglich die Anzahl der Wochenstunden und nicht die Höhe Ihres Einkommens nachweisen.

Der Anspruch auf Elternzeit:

besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers kann ein nicht verbrauchter Anteil von bis zu 24 Monaten zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr des Kindes in Anspruch genommen werden. Von diesem Recht können beide Elternteile Gebrauch machen, da der Anspruch auf Elternzeit für jeden Elternteil separat betrachtet wird.

Bei Zwillingen kann auf diese Weise eine maximale Elternzeit von 6 Jahren erreicht werden.

Für Elternzeit im Zeitraum zwischen dem dritten Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr beträgt die Anmeldefrist 13 Wochen.

Der Arbeitgeber kann die Inanspruchnahme eines dritten Abschnitts einer Elternzeit innerhalb von acht Wochen nach Zugang des Antrags aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, wenn dieser Abschnitt im Zeitraum zwischen dem 3. Geburtstag und dem vollendeten achten Lebensjahr liegen soll.

Wenn nach den ursprünglich beantragten ersten 2 Jahren Elternzeit auch das dritte Jahr noch direkt im Anschluss beansprucht werden soll, so ist dies spätestens 7 Wochen vor dem 2. Geburtstag des Kindes beim Arbeitgeber anzumelden!

Jede Änderung (z.B. Umfang, Wegfall, Aufnahme) der Erwerbstätigkeit während des Elterngeldbezugs und die ggf. damit verbundene Änderung des Einkommens führt in der Regel zu einer Neuberechnung des Elterngeldes und ist der Elterngeldstelle unverzüglich mitzuteilen. Daraus kann sich ein veränderter Elterngeldanspruch bei der endgültigen Feststellung ergeben.

 

 

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